PROFIBUS Handbuch

Schritt 4: Inbetriebnehmen

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Schritt 4: Inbetriebnehmen

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Wir haben nun das Projekt aus der Konfiguration und ein Prüfprotokoll von der Installation. Dies sind die Voraussetzungen um erfolgreich eine Inbetriebnahme durchführen zu können.

Dabei empfehlen wir die folgenden Schritte:

Schritt 4.1 Laden der Konfiguration in die Steuerung

Das erstellte Projekt wird mit der Konfigurationssoftware in die Steuerung geladen. In der PROFIBUS Norm sind dazu auch Festlegungen gemacht worden, wobei kein Hersteller bekannt ist, der sich an diese Festlegungen hält. Das Vorgehen und Protokoll für das Laden der Konfiguration in die Steuerung ist also in der Praxis abhängig vom Hersteller.

Schritt 4.2 Eingestellte Adressen und Erreichbarkeit der Teilnehmer überprüfen

Wir schalten die Speisung aller Feldgeräte ein und kontrollieren ob alle Feldgeräte unter ihrer geplanten Adresse erreicht werden können.

Oftmals stellt das zur Steuerung gehörende Konfigurationswerkzeug einen "on-line" Betriebsmodus zur Verfügung, wo die Liste aller erreichbaren Feldgeräte, die sogenannte "Live-List" aufgezeigt wird. Wenn dieses Konfigurationswerkzeug zur Verfügung steht, ist dies die einfachste Methode um die Erreichbarkeit der Stationen zu kontrollieren.

Ein Bustester erlaubt es auch ohne Steuerung diese Live-Liste darzustellen, oder man kann auch einen geeigneten Busanalyser für eine solche Kontrolle verwenden.

Schritt 4.3 Korrekte Konfiguration und Parametrierung der Teilnehmer überprüfen

Wenn die Konfiguration und die Initial-Parameter widerspruchsfrei sind, werden alle Feldgeräte eine aktive Verbindung mit dem Master anzeigen (normalerweise ein grünes LED) und die Steuerung zeigt keine weiteren Störungen.

Wenn die Konfiguration des Feldgerätes und die Initial-Parameter nicht den Möglichkeiten des Feldgerätes entsprechen weigert sich dieses in den zyklischen Datenaustausch zu gehen und signalisiert dies mit einer Diagnosemeldung und typischerweise mit einem roten Diagnose-LED. Diese Diagnosemeldungen kann man mit dem Konfigurationswerkzeug im on-line Betriebsmodus erkennen und erhält oftmals einen Hinweis in Klartext über die mögliche Ursache der fehlerhaften Initialisierung.

Wenn der on-line Modus nicht unterstützt wird oder das Konfigurationswerkzeug nicht verfügbar ist, leistet ein modernen Busanalyser gute Dienste, da er diese Diagnosemeldungen auch erkennen und interpretieren kann. Auf einer Live-Liste werden die Zustände aller angesprochenen Feldgeräte übersichtlich dargestellt.

Schritt 4.4 Qualität der Übertragung überprüfen

Der PROFIBUS ist sehr robust gegen schlechte Signalqualität. Wenn die Bussignale noch knapp innerhalb der Toleranzen sind, kann im Normalbetrieb der PROFIBUS noch störungsfrei arbeiten. Wenn aber der "Störabstand" nur klein ist, können die kleinsten elektromagnetischen Störungen zu Fehlübertragungen führen. Wir empfehlen darum bei einer Inbetriebnahme die Signalpegel und Signalform der Bussignal bei einer elektrischen Übertragung zu messen und für spätere Vergleiche zu dokumentieren.

Der PROFIBUS hat eine umfassende Erkennung von Übertragungsfehlern und macht im Fehlerfall eine automatische Telegramm-Wiederholung. Dieser Mechanismus hat zur Folge, dass diese Übertragungsfehler keine Störung der Anwendung zur Folge haben und der Benutzer auftretende Übertragungsfehler nicht erkennen kann. Je mehr solche Fehler erkannt werden desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, das ein Übertragungsfehler nicht erkannt wird und es zu einer Funktionsstörung führen kann. Wir empfehlen die Anzahl der auftretenden Telegramm-Wiederholungen zu mit einem geeigneten Busanalyser zu messen und dokumentieren. Wird ein eine gewisse Anzahl von Telegramm-Wiederholungen in 5 Minuten Messzeit überschritten, ist eine Überprüfung der Installation durchzuführen.

Als Resultat der Inbetriebnahme entsteht ein Protokoll, das für die Überwachung des Betriebes als Referenz verwendet werden kann. Moderne Busanalyser können solche Protokolle automatisch auf Grund der gemessenen Daten generieren.