PROFIBUS Handbuch

Isochroner Zyklus

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Isochroner Zyklus

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In einem Isochronen Betrieb werden die Slave-Applikationszyklen und im beschränkten Umfang auch die Master-Applikationszyklen auf den äquidistanten Buszyklus des PROFIBUS synchronisiert.

Bild 145: Aufbau des isochronen Buszyklus

Bild 145: Aufbau des isochronen Buszyklus

 

Der äquidistante DP-Zyklus TDP bestimmt den Zyklus aller Teilnehmer.

Der DP-Master hat einen Master-Applikationszyklus TMAPC der in der Regel länger als der DP-Zyklus dauert. Die Kommunikationsbaugruppe meldet der Anwendung das Ende der zyklischen Daten (TM) damit mit der Berechnung der Regelalgorithmen unverzüglich begonnen werden kann.

Der DP-Slave hat einen lokalen Slave-Applikationszyklus TSAPC, der ein ganzzahliger Teiler des DP-Zyklus ist. Dieser lokale Slave-Applikationszyklus wird wie eine lokale Uhr eingesetzt und wird als Phase Locked Loop (PLL) auf die Taktschlägertelegramme (Global Control mit Gruppe 8) des PROFIBUS synchronisiert. Die Lageistwerte (Eingangsdaten TI) werden eine definierte Anzahl von lokalen Zyklen vor dem PROFIBUS Zyklus erfasst und die Sollwerte (Ausgangsdaten TO) werden zu einer bestimmten Anzahl lokaler Zyklen später übernommen. Im einfachsten Fall sind die beiden Zeiten TI und TO Null.

Somit braucht es für den Isochronen Buszyklus die folgenden Parameter:

Parameter

Einheit

Erlaubte Werte

TBASE_DP

Zeitbasis für TDP (in Einheiten von 1/12µs)

375, 750, 1500, 3000, 6000, 12000
(Der Wert 1500 muss zwingend unterstützt werden)

TDP

DP-Zyklus (in Einheiten von TBASE_DP)

1 bis 216-1 (min 500µs, max 32 ms)

TMAPC

Master-Applikationszyklus (in Einheiten von TDP)

1 to 14

TBASE_IO

Zeitbasis (in Einheiten von 1/12µs) für die Zeiten TI und TO

375, 750, 1500, 3000, 6000, 12000
(Der Wert 1500 muss zwingend unterstützt werden)

TI

Zeit TI (in Einheiten von TBASE_IO)

0 (Spezialfall), 1 to 216-1

TO

Zeit TO (in Einheiten von TBASE_IO)

0 (Spezialfall), 1 to 216-1

TDX

Zeit TDX (in Einheiten von 1/12ms)

0 (Spezialfall), 1 to 232-1

 

Die notwendigen Einstellungen werden im Parametertelegramm als Datenblock an den DP-Slave übertragen.

In der GSD Datei werden die Möglichkeiten eines DP-Slave für den Isochronen Zyklus beschrieben. Diese Schlüsselwörter sind erst ab Revision 4 der GSD Syntax definiert.

Isochron_Mode_supp = 1

Dieser DP-Slave unterstützt den isochronen Buszyklus. Wenn hier 0 (=FALSE) steht, sind alle anderen Parameter ungültig.

Isochron_Mode_required = 0

Wenn dieser Wert 1 (=TRUE) ist, kann der DP-Slave nur mit einem isochronen Buszyklus arbeiten. Dies kann zum Beispiel bei Lageregelungen mit Antrieben der Fall sein.

TBASE_DP = 1500 ; 1500 * 1/12 µs = 125 µs

TDP_MAX = 256 ; 256 * 125µs = 32ms

TDP_MIN = 16 ; 16 * 125µs = 2ms

TDP_MAX sollte 32 ms nicht überschreiten. Auf Grund dieser Werte wird ein Planungswerkzeug den DP-Zyklus als ganzzahliges Vielfaches der einzelnen Parameter planen.

T_PLL_W_MAX = 12 ; equal 12*1/12 μs = 1μs

Der maximale Wert des Jitters welcher von diesem Feldgerät noch akzeptiert werden kann basierend auf 1/12 μs.

TBASE_IO = 1500 ; 1500 * 1/12 μs = 125μs

TI_MIN = 1 ; 1 * 125μs = 125μs

TO_MIN = 1 ; 1 * 125μs = 125μs

Der Wert TI_MIN = TO_MIN = 0 zwingt den Master die Parameter TO und TI auf 0 zu setzen (vereinfachter Betrieb).